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Fraud Audit & Deliktrevision - Verdachtsfälle professionell einordnen, bearbeiten und Grenzen erkennen (CPE 14)

  • Kurstermin
    CPE
    Veranstaltungsort
    28 - 29.09.2027
    14
    Akademie Interne Revision GmbH  | Anfahrt

Dieses Seminar findet nur in PRÄSENZ statt.

Seminarthema
Eine auffällige Spesenabrechnung, Hinweise auf Kickbacks im Einkauf, eine vage Whistleblower Meldung – oder nur ein ungutes Gefühl bei einer Regelprüfung: Verdachtsfälle auf dolose Handlungen gehören zum Alltag der Internen Revision. Die wenigsten werden zur großen Causa, aber jeder Fall stellt dieselben Fragen: Ist die Revision zuständig? Wem berichte ich – und wem besser nicht? Was darf und soll ich selbst noch untersuchen? Wen soll man beiziehen, ohne die Mücke zum Elefanten zu machen?
Gerade in den ersten Tagen werden die Weichen gestellt: Übereilte Konfrontationen, unbedachte Kommunikation oder laienhaft gesicherte Beweise können Untersuchungen dauerhaft beschädigen, Täter warnen und Haftungsfragen aufwerfen. Umgekehrt können Revisor:innen, die ihre Rolle kennen und methodisch sauber vorgehen, mit Bordmitteln viel erreichen und ideale Grundlagen schaffen, wenn sich ein Verdacht bestätigt.

Das Seminar vermittelt dafür das Fundament aus der Perspektive der modernen forensischen Praxis: Von der Rolle der Revision im Zusammenspiel mit IKS, Compliance und Hinweisgebersystemen über typische Fraud-Risiken, Tätermuster und Red Flags bis zum konkreten Vorgehen im Ernstfall – Ersteinordnung, Hypothesenbildung, Beweismittelintegrität, Befragungen und Datenschutz. Fokussiert wird, was die Revision selbst leisten kann, wann externe Spezialisten beizuziehen sind und wie die effiziente Zusammenarbeit mit diesen aussehen kann. 

Zielgruppe
Revisor:innen aller Erfahrungsstufen, Revisionsleitung, Compliance-Verantwortliche sowie Fach- und Führungskräfte, die mit Hinweisen oder Verdachtsfällen befasst sein können. Forensische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Methodik

  • Fachvortrag mit aktuellen Beispielen aus der forensischen Praxis
  • Gruppenarbeiten zu realitätsnahen Fallbeispielen, Diskussionen
  • Handout der Vortragsunterlagen

Seminarinhalte

Grundlagen: Fraud verstehen

  • Wirtschaftskriminalität aktuell: Zahlen, Schadensmuster, Entdeckungswege
  • Tätertypologien, Fraud Triangle und Fraud Diamond, Red Flags
  • Typische Fraud-Risiken in österreichischen Organisationen 

Rolle und Rahmen der Internen Revision

  • Die Revision im Zusammenspiel mit IKS, Compliance, Geschäftsführung und Aufsichtsrat
  • Zuständigkeit, Berichtswege, Interessenskonflikte und Haftungsfragen
  • Whistleblowing und HSchG: Umgang mit Meldungen 
  • Datenschutz und Verhältnismäßigkeit bei internen Erhebungen

Der Ernstfall: Vom Verdacht zum Vorgehen

  • Ersteinordnung (Case Assessment): Schweregrad, Glaubwürdigkeit, Dringlichkeit
  • Die ersten Schritte – und die typischen Fehler
  • Hypothesengeleitetes, dokumentiertes Vorgehen

Methoden und Werkzeuge

  • Vorgehen, Werkzeuge und Denkmuster
  • Datenanalyse, Belegprüfung und offene Quellen (OSINT)
  • Beweismittelintegrität und moderne Fälschungsrisiken

Zusammenarbeit und Abschluss

  • Was mache ich selbst – und wann sind externe Spezialisten hilfreich?
  • Effiziente Zusammenarbeit mit Rechtsanwälten, Forensik-Spezialisten und Behörden
  • Root-Cause-Analyse, Berichterstattung und Ableitungen für die Prävention

Fallstudien und Gruppenarbeiten

  • Spesenbetrug, Know-how-Diebstahl, Kickbacks im Einkauf, Cyber-Vorfälle u.a.
  • Rollenspiel „Whistleblower-Kommunikation“


Seminarzeiten
9.00 - 17.00 Uhr

Seminarkosten (exkl. USt.)
Mitglieder: € 1.050,-          Nichtmitglieder: € 1.260,-

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Teilnehmer

  • CIA
  • CCSA
  • CGAP
  • CRMA
  • CFSA
  • QIAL
  • Dipl. IR

Rechnungsadresse

Teilnahme am Seminar

Referenten:

Mag. Georg H. Jeitler, BA MBA - Wirtschaftsforensiker, Allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger, Vizepräsident des Landesverbandes der Gerichtssachverständigen W, NÖ Bgld.

Georg H. Jeitler ist Wirtschaftsforensiker und allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger. Er ist seit mehr als 25 Jahren mit wirtschaftsberatenden Themen befasst und seit mehr als 15 Jahren im forensischen Bereich tätig, hierunter 8 Jahre als Head of Forensic Services in einem internationalen Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsnetzerk.

Sein Tätigkeitsgebiet als Sachverständiger umfasst unterschiedlichste Fachgebiete: Unternehmensführung, Unternehmensbewertung, Kalkulation und Kostenrechnung sowie Unternehmensberatung, aber auch Urheberfragen, Medienwesen, Wirtschaftswerbung und Marketing. 

Als Sachverständiger für Gerichte und Staatsanwaltschaften war Jeitler in diversen medienöffentlichen Korruptionscausen tätig, unter anderem in der sog. "Telekom-Affäre“ und der „Blaulichtfunk-Affäre“. Aus seiner Praxis entwickelte er eigenständige methodische Beiträge zur Forensik: das Konzept der „Leistungsartefakte" zur Identifikation von Scheinberatungsleistungen sowie das in der EATM-Framework zur Beurteilung der Authentizität von Beweismitteln.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Bereich digitaler Beweismittel. Er befasst sich laufend mit Digitalforensik in Wirtschaftsuntersuchungen, mit KI-gestütztem eDiscovery in Straf-, Zivil- und Schiedsverfahren sowie mit der Authentizität und Integrität digitaler Beweismittel.

Georg H. Jeitler lehrt als Universitätslektor u.a. an der Wirtschaftsuniversität Wien sowie an der Hochschule Campus Wien. Seit 2024 ist er Vizepräsident im Landesverband der Gerichtssachverständigen für Wien, Niederösterreich und das Burgenland.

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